undconsorten LLP

  • Kunst spielt eine zentrale Rolle für uns – sowohl in unserem Privatleben als auch in unserem Büro.

    Sie berührt und fasziniert uns nicht nur, sondern fordert uns auch immer wieder dazu auf, Blickwinkel zu verändern und neue Zugänge zu finden. Gleichermaßen schafft sie wertvolle Freiräume, Kontraste und nicht zuletzt Stoff für Diskussionen.

    Unter dem Motto „kunst undconsorten“ finden regelmäßig Ausstellungen renommierter Künstler in unserem Berliner Büro statt. Die Kunst bietet dabei Gelegenheit für einen informellen Austausch mit unseren Klienten und unseren Freunden, jenseits der gemeinsamen täglichen Arbeit.

  • Kunst undconsorten #1
    Jana Gunstheimer

    Die Vernissage zur ersten Ausstellung in der Reihe „kunst undconsorten“ fand am 5. November 2009 statt. Unter dem Motto „Genie“ wurden Werke der Künstlerin Jana Gunstheimer ausgestellt.

    „An Jana Gunstheimers Werk verblüfft zunächst die Vielfalt der bildnerischen Mittel, deren Möglichkeiten oftmals über die Grenzen der Gattungen hinweg anderen Bereichen zugute kommen. Vornan steht die Malerei auf Papier, deren dunkle Töne die gespenstischen Szenerien in weiche Valeurs tauchen. Das Werk reicht von raumgreifenden Installationen bis hin zu fiktionalen 'Rahmenhandlungen' in denen die Künstlerin aus einer Schattenwelt berichtet, die Realität suggeriert, diese jedoch nicht nachbildet. Gleichwohl sind die Arbeiten, welche stets Erzählung und Analyse gekonnt vereinen, dicht an der sozialen Wirklichkeit und zweifellos von dieser inspiriert ohne jedoch der Gefahr einer gesellschaftspolitischen Abrechnung zu erliegen.

    Ästhetische Qualität und formale wie inhaltliche Konsequenz bilden in Jana Gunstheimers Werk eine Einheit, die immer wieder auch in komplexen Verweisen der Arbeiten untereinander angelegt ist. Für ihre künstlerische Arbeit nutzt sie die Welt als Reservoir unentdeckter Möglichkeiten und spürt das Verborgene und Geheimnisvolle auf. Die Realität entpuppt sich dabei als Konglomerat labyrinthischer Räume, deren Leere so verlässlich wie trostlos ist.“
    (Susanne Altmann, Dresden 2006)

    Jana Gunstheimer wird durch die Galerie Conrads vertreten.

  • Kunst undconsorten #2
    Beat Zoderer

    Die Vernissage zur Ausstellung „Hirnen und Winden“ von Beat Zoderer fand am 29. April 2010 in unserem Büro in Berlin statt. Der Schweizer Künstler zeigte unter anderem sein erstes dreidimensionales Deckenfresko.

    Beat Zoderer, der in den siebziger Jahren als technischer Zeichner in verschiedenen Architekturbüros tätig war, arbeitet seit 1979 als eigenständiger Künstler. Zahlreiche Stipendien ermöglichten ihm Aufenthalte in Genua, New York, Berlin und Valencia.

    Zoderers Werke lassen sich nicht auf eine Kunstgattung und einen spezifischen Stil festlegen, er schafft Installationen, Skulpturen, Assemblagen, Bilder und Collagen, die einen sehr eigenwilligen und eigenständigen Kunstansatz zeigen. Der Wiedererkennungseffekt seiner Arbeiten ist daher wohl eher dieser großen Vielfalt und auch Vielfarbigkeit, als einem festgelegten Stil geschuldet.

    Mit wenigen Ausnahmen eint seine Werke die Verwendung alltäglicher Materialien und handelsüblicher Gebrauchsgegenstände, wie Holz, Wellpappe, gebogene Bleche, Plastik, aber auch Textilien und Gummi. Beat Zoderer setzt diese Materialien nach einer oft logischen, mathematisch berechneten Anordnung zusammen: zuweilen in Reihen nebeneinander, dann wieder spiralförmig ineinander verwoben, wie das eigens für undconsorten neu entwickelte räumliche Deckenfresko.

    Seine Arbeiten sind in zahlreichen Einzelausstellungen u.a. in der Kunsthalle Basel (1996), im Kunstmuseum Bonn (2003), im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen (2004) und im Haus Konstruktiv, Zürich (2008) gezeigt worden.

    Beat Zoderer wird in Berlin durch die Galerie ftc. fiedler taubert contemporary vertreten.

  • Kunst undconsorten #3
    Matthias Bitzer und Gregor Hildebrandt

    Am 3. März 2011 fand in unserem Büro die Vernissage zur Gemeinschaftsausstellung von Matthias Bitzer und Gregor Hildebrandt statt. Unter dem Titel „The Phosphor Notes“ wurden dabei Werke der beiden Künstler ausgestellt.

    Matthias Bitzer. Übergänge, Verbindungen und Wechsel zwischen verschiedenen Orten und Zeiten sind charakteristisch für Matthias Bitzers Werkkomplexe, deren Ausgangspunkt das Interesse an den verborgenen Strukturen von Identitätskonstruktion ist. Historische Persönlichkeiten, deren Biografie von Widersprüchlichkeit und Lücken gekennzeichnet ist, sind oftmals die Protagonisten von Matthias Bitzers Recherchen, wie die Schriftsteller Joseph Conrad (1857-1928) oder Fernando Pessoa (1888-1935). Nicht selten sind sie im kollektiven Gedächtnis in Vergessenheit geraten wie beispielsweise die Dichterin und Künstlerin Mina Loy (1882-1966) oder die Schriftstellerin und Dada-Mitbegründerin Emmy Ball-Hennings (1885-1948).

    Matthias Bitzer geht es nie um die narrative Illustration der jeweiligen Biografien, sondern immer um die subjektive Wandelbarkeit von Wirklichkeit. Die Brüchigkeit von Bedeutung und Inhalt übersetzt Matthias Bitzer in abstrakte Erzählcodes: So bildet die Installation seiner Gemälde, Skulpturen, Collagen, und Zeichnungen narrative Beziehungen untereinander und macht den bestehenden Ausstellungsraum zum Handlungsort neuer Erzählungen.

    Matthias Bitzer wird durch die Galerie Kadel Willborn vertreten.


    Gregor Hildebrandt. „In seinen Bildern und Objekten setzt sich Gregor Hildebrandt ebenso mit der Realität und dem Lebensgefühl seiner Generation auseinander, für welche die Film- und Popkultur ein essenzieller Bestandteil ihrer Alltagserfahrung ist. Sie sucht die Identifikation mit einer vergänglichen Kultur, deren Mythen von Musikern und Schauspielern geprägt sind und an deren Leben sie durch identitätsstiftende, an emotionale Ereignisse gekoppelte Bilder teilhat. Gregor Hildebrandts Arbeiten fusionieren eine reduzierte Formensprache mit einem romantisch verbrämten Bewusstsein für die Gegenwart. Erweitert werden diese Elemente durch Zitate aus verschiedenen Musikströmungen wie Post Punk oder New Wave, wodurch eine spezifische Ästhetik entsteht. Sein Repertoire variiert von minimalistischen Objekten aus Ton- und Bildträgern über Materialcollagen aus Fotokopien, Kassettenbändern bis hin zu Leinwänden, die mit parallel verlaufenden Kassetten- oder DAT-Bändern beklebt sind. […]

    Hildebrandt beschäftigt sich mit Fragen der Bildherstellung. Reduktion, Serialität, rohes Material, das Farbe zu Substanz werden lässt, sowie Montage sind die Mittel der geometrisch abstrakten Malerei vom Konstruktivismus bis zu aktuellen minimalistischen Strömungen. Die jene Kunstrichtung charakterisierende Selbstbezüglichkeit, ihr kategorisches Festhalten an Formalismen bricht der Künstler durch narrative Elemente wie den Einsatz von Fotografien oder Fundstücken auf. Dabei lässt er sehr persönliche Erzählungen ohne große Gesten durch eine zurückhaltende Zartheit und einen ponderierten Einsatz der Mittel entstehen. […]“
    (Auszug aus: Friederike Nymphius, Sehnsucht nach der Sehnsucht, in: Gregor Hildebrandt, Kerber Verlag, 2007)

    Gregor Hildebrandt wird durch die Galerie Wentrup vertreten.

  • Kunst undconsorten #4
    Matthias Meyer

    Bei unserer Vernissage am 20. September 2012 standen die Arbeiten von Matthias Meyer im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Voix sans visage“ konnten seine Werke in unserem Büro bewundert werden.

    „Matthias Meyers Arbeiten bauen auf die visuelle Kraft kinematografischer Bilder, die vertraut scheinen, selbst wenn das Narrative eliminiert worden ist, das Teil für das Ganze steht und die Gewissheit sich im Erinnern verliert. Es ist eine Ästhetik des Verschwindens, die aus dem Fragmentarischen neue Bildwelten generiert, in denen das Abwesende eine eigene Signifikanz gewinnt, weil es als Leerstelle zu neuer Sichtbarkeit gelangt. Gefrorene Filmstills treffen auf stumme Sequenzen, deren einstige Beredtheit noch wie ein fernes Echo im Raum vibriert. Doch es ist nicht nur die Dekonstruktion filmischer Dramaturgien oder die Abbreviatur ikonischer Bilder, die diese Werke motiviert.

    Es geht um eine grundsätzliche Minimalisierung, eine Deanimation kultureller Produkte, die ihrerseits auf die Kraft der Imagination vertrauen und in der offenen Struktur der Bilder und Wörter ihr Potenzial entfalten. Filme im Jenseits narrativer Ökonomie. Bücher, die Bilder evozieren statt Geschichten zu erzählen. Mit Bedeutung aufgeladene Zufälligkeiten des Realen, die eigene Dramaturgien entfalten. […]“
    (Auszug aus »Non plus d’histoire(s)…« von Vanessa Joan Müller)

  • Kunst undconsorten #5
    Pascal Danz

    Am 25. April 2013 konnten wir bei unserer 5. Vernissage die Arbeiten von Pascal Danz bewundern. Unter dem Titel „zoom" wurden einige seiner Werke in unserem Büro ausgestellt.

    Pascal Danz versteht es, Nebensächlichkeiten ins Zentrum seiner Malerei zu stellen – oder vermeintliche Hauptmotive auszublenden. Das “Geblendet-Sein“ und das “Ausblenden“ ziehen sich als Hauptgestaltungselemente durch sein ganzes Schaffen und bewirken eine Reduktion auf die den Künstler interessierenden “Leerstellen“, auf das schließlich “Ungemalte“. Diese weißen Flecken oder schwarzen Löcher sollen die Betrachtenden aktivieren, die Fehlstellen selbst zu füllen. Die Arbeiten oszillieren zwischen Makro- und Mikrobereich, es ist ihnen eine latente Spannung zwischen Nähe und Ferne, zwischen Gegenstand und Abstraktion inhärent. Man könnte gar so weit gehen zu sagen, die Bilder seien dynamische, aber entschleunigte Filmbilder, die immer aufs Neue erforscht und entdeckt werden können. Pascal Danz bewirkt ein ständiges Hinterfragen der Wahrnehmung, indem er Fragen nach Raum und Zeit, Gegenstand und Abstraktion für die Betrachtenden auf die Leinwand bringt.[…]

    Inhaltlich behandelt die Malerei von Pascal Danz die oft schwierige Abgrenzung von allgemein gültigen und persönlichen Themen: Mal geht es um eigene biografische Themenbereiche, dann wieder um Fragestellungen zur Wahrnehmung und Geschichtsproduktion im Allgemeinen. Immer wieder schafft er es, uns mit seinen Arbeiten zu ködern, uns in die Werke hinein zu ziehen und zu faszinieren. Man könnte sagen, der Künstler breitet seine Themen solchermaßen aus, dass wir unseren eigenen Erfahrungsschatz einbringen können. Seine Malerei ist verführerisch und verstörend – leicht, aber nicht leicht zu fassen.[…]

    Pascal Danz wird durch die Galerie Blancpain Art Contemporain vertreten.

  • Kunst undconsorten #6
    Natalia Stachon

    Am 16. Oktober 2014 stellten wir bei unserer 6. Vernissage die Werke von Natalia Stachon aus. Unter dem Titel „The History of Aberrations " wurden einige ihrer Kohlezeichnungen und Installationen in unserem Büro ausgestellt.

    Als Vorlage für die Kohlezeichnungen dienten der Künstlerin Bilder und Fotografien auf denen zerstörte oder umgeknickte Strommasten zu sehen sind, die – partiell von Scheinwerfern ausgeleuchtet – ansonsten von verschlingender Dunkelheit umgeben sind. Erstaunlich ist, dass sie in ihrem äußerst prekären Zustand immer noch an den verbindenden Stromleitungen hängen. So schweben sie wie seltsame, bedrohliche Skulpturen über der Straße. Sie sind eine Anomalie in dem endlosen System der vor und hinter ihnen stehenden Masten. Sie erzählen eine Geschichte über die Abweichung. Und es sind Motive, die eindrücklich von der Absurdität unseres Alltags und Lebens sprechen.

    Stachon ist immer auf der Suche nach solchen Bildern und Räumen. Herausgefallen aus der Linearität der Zeit. Auf Umwegen und Abweichungen begriffen. Ungemein wichtig dabei ist ihr die Ambivalenz dieser Zustände. „Ich habe eine Abneigung gegen alles Fertige, Absolute und Totale. Ich glaube nicht an die Vorstellung von einem abgeschlossenen, autarken Kunstwerk. Weil es einfach nicht so ist im meinem Leben. Daher arbeite ich in Serien und Varianten. Jede Arbeit entsteht aus einer Vorhergehenden. Sie verweisen aufeinander und sind untereinander verbunden.“

    Neben der titelgebenden Zeichnungsserie präsentierte Stachon u.a. die neue Installation „Parade of Remains“ (2014). Eines aus schwarz gefärbten Hanfseilen und Edelstahlhalterungen bestehendes Wandarrangement. Die besondere Qualität der Arbeit ist das Spannungsverhältnis von Leerstellen im Gegensatz zur Fülle und Überfrachtung. So bleiben manche Verankerungen leer, oder tragen nur wenige Seilschlaufen. An anderen Stellen, wo die Hacken eng zusammenstehen, wird ununterscheidbar viel Tauwerk verwendet, so dass dunkle, schwere und unentwirrbare Bereiche entstehen. Diese von Leere und Völle, Leichtigkeit und Schwere, Helligkeit und Dunkelheit, Starrheit und Fließen dominierte Anordnung ist Sinnbild für eine absurde Lagerung von ungenutzten Zeitschlaufen. Einer auf Irrwegen, Abweichungen und im Sturz befindlichen Zeit, die man durch scheinbare Ordnung zu bändigen sucht.

    Natalia Stachon wird durch die Galerie Loock vertreten.