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Globale HR Trends — Auf der Suche nach “Good Practices” in Brasilien
Gemeinsam mit der brasilianischen Beratung Mirow & Co. veranstaltete undconsorten den ersten außereuropäischen Learning Round Table.


Genau wie in Europa ist Agilisierung auch in Brasilien ein heißes Thema

23 große Unternehmen in Brasilien bestätigten im Oktober und November letzten Jahres den großen Stellenwert von Agilisierung für ihre Geschäfte – egal, ob sie im Konsumgütergeschäft, im Bergbau oder im Papiergeschäft unterwegs waren. Gleichzeitig nehmen die Unternehmen eine hohe Unklarheit der Bedeutung von „agil“ im Geschäft wahr – und spiegeln damit genau das Bild wider, dass uns 24 in Europa agierende Konzerne ein Jahr zuvor bei der gleichen Befragung zurückgespielt haben.

Erste Anwendung von agilen Arbeitsweisen erzeugen massive Lernbedarfe

Ähnlich wie in Europa experimentieren die Unternehmen in Brasilien mit agilen Arbeitsweisen. Bevorzugt passiert dies im IT-Bereich oder in der Produktentwicklung – oder in gemeinsamen Projekten mit Start-Ups. Dabei entstehen massive Lernbedarfe weit über die direkt beteiligten Personen hinaus, einen Trend, den wir auch aus unserem Beratungsalltag kennen.

Die Anwendung von agilen Prinzipien für Lernen und Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen, allerdings mit vielversprechenden Ansätzen

Die Consorten Christina Frohn und Axel Hüttmann gemeinsam mit Mirow & Co.


Die Lernfunktion in Brasilien tastet sich bei agilen Themen langsam voran – und experimentiert mit ersten agilen Methoden im eigenen Bereich. Die Anwendung von nutzergenerierten Inhalten im Lernen ist – vielleicht auch aus Sprachgründen – dabei Europa sogar voraus: thematische Microsites bilden den Nukleus für Communities bei einem internationalen Konsumgüterhersteller, erfahrene Vertriebler entwickeln ein Programm für neue Außendienstmitarbeiter und teilen so ihr Wissen bei einem Düngemittelhersteller und eine App vernetzt Mentoren und Mentees für berufsbegleitendes Coaching bei einem Papierhersteller. Auch bei der Nutzung von Alltagsroutinen als Lerngelegenheiten zeigt sich Brasilien erfindungsreicher: Rotationsprogramme werden breiter angelegt, die Mitarbeit auf agilen Teams wird – wie zum Beispiel in der Produktentwicklung eines lokalen Champions - regelmäßiger als Entwicklungsmaßnahme genutzt, und das Beispiel eines Nahrungsergänzungsmittelherstellers, der sein Senior Management als Coaching Circles auf ihre Personalentwicklungsaufgaben vorbereitet, macht zunehmend Schule.

Dagegen hatten die europäischen Unternehmen die Nase vorn bei ersten Ansätzen zur digitalen „Mass Customization“ von Lernangeboten z. B. durch selbstgestaltbare Lernpfade bei der Einführung von End-to-end-Prozessen oder der Entwicklung von „Leadership in a digital world“-Lösungen im Sinne eines „minimum viable products“ in Sprints mit Tests durch zukünftige Teilnehmer.

Kulturelle Barrieren stellen die größte Herausforderung für die Agilisierung dar - in Europa genauso wie in Brasilien

6 von 10 befragten Unternehmen in Brasilien sahen die Haupthürde für Agilisierung beim Thema Kultur: Delegation von Verantwortung, Selbststeuerung von Teams und Zusammenarbeit zwischen agiler Welt und Linienorganisation passen wenig zur Sozialisation der aktuellen Führungskräfte und Mitarbeiter. Und auch hier wieder eine große Gemeinsamkeit: Das Ergebnis in Europa war nahezu identisch!

Erster außereuropäischer Round Table mit positiver Resonanz

Das große Teilnehmerinteresse in São Paulo, die vielen Folgediskussionen mit unserem Partner Mirow & Co. sowie die Vergleichbarkeit der Themen zeigt uns, dass es lohnt, auch weiter über den Tellerrand hinauszuschauen, um Anregungen zu bekommen. Außerdem spricht es für die Nutzung internationaler, diverser Teams bei der Lösung der mit der Agilisierung verbunden Herausforderungen.


undconsorten Newsletter | April 2019
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